Geschwisterkindwunsch
Wenn der Wunsch nach einem weiteren Kind belastet
Du hast bereits ein Kind – und trotzdem ist da die Sehnsucht nach einem weiteren. Vielleicht hast du dir eure Familie immer mit zwei oder drei Kindern vorgestellt. Vielleicht wünschst du dir für dein Kind einen Bruder oder eine Schwester. Oder du spürst einfach: Für mich fühlt sich unsere Familie noch nicht vollständig an.
Ein vorhandenes Kind macht den Schmerz über einen unerfüllten weiteren Kinderwunsch nicht kleiner. Trotzdem wird dieser Schmerz häufig relativiert – von anderen und manchmal auch von einem selbst.
Herausforderungen beim Geschwisterkindwunsch
Wenn du nicht wieder schwanger wirst
Vielleicht bist du davon ausgegangen, dass es beim nächsten Kind ähnlich funktionieren würde wie beim ersten. Wenn Monat für Monat vergeht oder Kinderwunschbehandlungen nötig werden, können Unsicherheit und Druck wachsen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, warum eine erneute Schwangerschaft ausbleiben kann und was sekundäre Sterilität bedeutet, findest du dazu einen eigenen Blogartikel.
Wenn die Zeit zunehmend Druck macht
Das eigene Alter oder der gewünschte Altersabstand zwischen den Kindern können den Druck erhöhen. Nach einer Fehlgeburt kann neben der Hoffnung auf eine erneute Schwangerschaft auch die Angst stehen, noch einmal eine Schwangerschaft zu verlieren. Vielleicht fragst du dich, welche nächsten Schritte für dich noch infrage kommen, wie lange du diesen Weg weitergehen möchtest oder wann der Punkt erreicht ist, an dem du dich neu orientieren möchtest.
Unterschiedliche Wünsche in der Partnerschaft
Vielleicht wünschst du dir sehr ein weiteres Kind, während dein Partner oder deine Partnerin eure Familie bereits als vollständig erlebt. Oder einer von euch möchte weitere Behandlungen versuchen, während der andere damit aufhören möchte. Solche Unterschiede können Gespräche schwierig machen und die Partnerschaft belasten. Mehr dazu findest du auf meiner Themenseite Kinderwunsch und Partnerschaft.
Der Wunsch nach einem Geschwister für dein Kind
Vielleicht ist dir wichtig, dass dein Kind mit einem Bruder oder einer Schwester aufwächst. Vielleicht fragt dein Kind sogar selbst danach. Dann kann zusätzlich die Sorge entstehen, ihm etwas vorzuenthalten oder ihm nicht die Familie ermöglichen zu können, die du dir für es vorgestellt hast.
Wenn das Umfeld wenig Verständnis zeigt
„Du hast doch schon ein Kind.“ Vielleicht entsteht dadurch das Gefühl, dich für deine Sehnsucht rechtfertigen zu müssen oder deine Belastung nicht richtig zeigen zu können. Gleichzeitig begegnest du durch dein Kind besonders häufig anderen Familien. Schwangerschaften im Freundeskreis oder Kindergarten, Geschwister auf dem Spielplatz oder Fragen nach eurer Familienplanung können immer wieder an den eigenen Wunsch erinnern.
Warum der Wunsch nach einem weiteren Kind emotional so belastend sein kann
Beim Geschwisterkindwunsch treffen die Freude über das Kind, das schon da ist, die Sehnsucht nach einem weiteren und das eigene Bild von Familie aufeinander. Gerade die Gedanken darüber, was du fühlen solltest und was dein Kind oder eure Familie braucht, können zusätzlichen Druck erzeugen.
Dankbar sein und trotzdem etwas vermissen
Das schlechte Gewissen gegenüber dem eigenen Kind
Wenn die Realität nicht deinem Bild von Familie entspricht
Wie Coaching beim Geschwisterkindwunsch unterstützen kann
Im Coaching kannst du sortieren, was dich gerade belastet und herausfinden, was dir im Umgang damit helfen kann.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
- Widersprüchliche Gefühle wie Hoffnung, Traurigkeit, Neid oder Schuld besser einzuordnen
- Klarer zu sehen, welche Gedanken zusätzlichen Druck erzeugen
- Entscheidungen über weitere Schritte abzuwägen
- Eigene Bedürfnisse gegenüber dem Partner oder dem Umfeld klarer auszusprechen
- Mit Situationen, die dich im Alltag treffen, anders umzugehen
- Wieder mehr Aufmerksamkeit für das zu haben, was neben dem Kinderwunsch ebenfalls zu deinem Leben gehört
Ich begleite Einzelpersonen und Paare in ganz unterschiedlichen Phasen des Geschwisterkindwunsches – unabhängig davon, ob ihr gerade noch versucht, ein weiteres Kind zu bekommen, vor Entscheidungen steht oder euch mit der Möglichkeit auseinandersetzt, dass eure Familie kleiner bleibt als erhofft.
Mehr zu meinem Coaching-Angebot, zum Ablauf und zum Rahmen findest du hier.
Eine Erfahrung aus dem Coaching
Sarah wünschte sich seit Jahren ein zweites Kind. Aus gesundheitlichen Gründen wurde für sie zunehmend klar, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen würde. Der Schmerz darüber und der Neid auf andere belasteten sie sehr.
Durch das Coaching habe ich gelernt, meine Situation anzunehmen und meinen Blick wieder auf meine Familie als kleine Einheit zu richten. Die Gespräche in diesem geschützten Raum, in dem alle Gefühle Platz haben, haben mir Sicherheit und Klarheit gegeben. Ich fühle mich heute stabiler und kann die schönen Momente bewusster wahrnehmen – mit mehr Ruhe, Dankbarkeit und Zuversicht.
Sarah, 38
Häufige Fragen bei Geschwisterkindwunsch
Dass du bereits ein Kind hast, macht den Wunsch nach einem weiteren nicht automatisch weniger bedeutsam. Vielleicht hattest du lange ein bestimmtes Bild davon, wie deine Familie einmal aussehen würde, oder du wünschst dir für dein Kind ein Geschwister. Dankbarkeit für das Kind, das da ist, und Traurigkeit darüber, dass sich der Wunsch nach einem weiteren möglicherweise nicht erfüllt, können gleichzeitig bestehen.
Ein schlechtes Gewissen kann entstehen, weil der Kinderwunsch viel Aufmerksamkeit bindet und weil du dir für dein Kind einen Bruder oder eine Schwester wünschst. Hilfreich kann sein, genauer hinzuschauen, wofür du tatsächlich Verantwortung trägst und was nicht in deiner Hand liegt. Auch ein sehr präsenter Kinderwunsch bedeutet nicht automatisch, dass dein Kind zu wenig von dir bekommt.
Das hängt vom Alter deines Kindes und davon ab, wie offen ihr in eurer Familie mit dem Thema umgeht. Eine einfache und ehrliche Antwort kann ausreichen, ohne Versprechen zu machen. Zum Beispiel, dass ihr euch ebenfalls ein weiteres Kind wünscht, aber nicht wisst, ob es klappen wird. Wichtig ist, dass dein Kind nicht das Gefühl bekommt, für eure Traurigkeit oder euren Kinderwunsch verantwortlich zu sein.
Schwangerschaften, Geschwister oder Familien mit mehreren Kindern können den eigenen Wunsch besonders deutlich spürbar machen. Dabei können Freude für andere und eigene Traurigkeit, Neid und Rückzug nebeneinander stehen. Du kannst bewusster entscheiden, welche Situationen dir gerade guttun, wo du Abstand brauchst und mit wem du darüber sprechen möchtest – oder auch nicht.
Unterschiedliche Wünsche können für beide Seiten sehr belastend sein. Wichtig ist zunächst zu verstehen, was hinter den jeweiligen Positionen steht. Geht es um den Wunsch nach einem weiteren Kind, um Ängste, um weitere Behandlungen, um die Belastung der vergangenen Jahre oder um unterschiedliche Vorstellungen vom Familienleben? Ein solcher Unterschied lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Umso wichtiger ist ein Gespräch, in dem beide Perspektiven ernst genommen werden und klarer wird, worin ihr euch tatsächlich unterscheidet und welche Fragen ihr miteinander klären müsst.
Eine Rolle kann spielen, welche medizinischen Möglichkeiten noch bestehen, wie du die körperliche und emotionale Belastung erlebst und was weitere Versuche für eure Partnerschaft und euren Alltag bedeuten. Wichtig ist auch die Frage, was du noch versuchen möchtest – und wo für dich eine Grenze liegt. Manchmal wird eine Entscheidung klarer, wenn du nicht nur darauf schaust, was noch möglich wäre, sondern auch darauf, welchen Preis weiteres Warten oder weitere Behandlungen für dich haben.
Wenn du über deinen Geschwisterkindwunsch sprechen möchtest
Wenn du bei deinem Geschwisterkindwunsch an einem Punkt nicht weiterkommst, können wir in einem kostenfreien Erstgespräch anschauen, was dich gerade belastet. Du bekommst dabei auch einen Eindruck davon, wie ich arbeite und ob du dir eine Begleitung vorstellen kannst.
ca. 30 Minuten · online · unverbindlich
Hinweis: Coaching ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn du dich psychisch stark belastet fühlst oder dein Alltag deutlich beeinträchtigt ist, wende dich bitte an eine entsprechend qualifizierte ärztliche oder psychotherapeutische Fachperson.